DSGVO-Check für KI-Chatbot und KI-Suche in TYPO3: 12 Fragen Ihres Datenschutzbeauftragten

DSGVO-Check für KI-Chatbot und KI-Suche in TYPO3: 12 Fragen Ihres Datenschutzbeauftragten

Bevor ein KI-Chatbot oder eine KI-Suche in TYPO3 live geht, prüft Ihr Datenschutzbeauftragter (DSB) den Einsatz nach DSGVO und stellt drei Fragen: Wohin gehen die Eingaben der Besucher? Was wird gespeichert? Wer entscheidet darüber? Für AI Chatbot (T3AC) und AI Search (T3AS), die KI-Erweiterungen von T3Planet für TYPO3, lassen sich alle drei konkret beantworten, bis hin zur Datenbanktabelle. Dieser Beitrag geht zwölf Fragen in der Reihenfolge durch, in der ein DSB sie stellt, und endet mit einer Checkliste, die Sie direkt weitergeben können.

AI Chatbot und AI Search laufen als Erweiterungen in Ihrem TYPO3 und teilen sich dieselbe Basis: dieselben Datenquellen, dasselbe Training, dieselbe Nutzungsanalyse. Die Antworten in diesem Beitrag gelten deshalb für beide, und sie stammen aus der technischen Dokumentation, die T3Planet, seit 2011 Gold-Mitglied der TYPO3 Association, für beide Produkte pflegt. Wo sich die Produkte unterscheiden, steht es dabei.

  • Das KI-Modell erhält nur, was es zum Antworten braucht: die Frage des Besuchers, passende Textauszüge aus Ihren Inhalten und Ihre Anweisungen. Es erhält keine IP-Adresse, keinen User-Agent, keine Session-ID, keine Cookies und keine Besucherkennung.
  • Gespräche und Suchanfragen liegen in Ihrer TYPO3-Datenbank. Die Speicherung schalten Sie pro Produkt mit einem Schalter ab.
  • Welches Modell antwortet, bestimmen Sie in AI Foundation (T3AF): ein Anbieter Ihrer Wahl mit eigenem API-Schlüssel, ein lokales Modell oder die optionalen AI Credits.

Wie weit die Daten dabei reisen, ist je nach gewähltem Modell verschieden. Genau dort setzen die ersten drei Fragen Ihres DSB an, und dort unterstützen wir Sie mit Dokumentation, die er ablegen kann.

1. Wer ist Verantwortlicher, wer Auftragsverarbeiter?

Sie betreiben die Website, also sind Sie Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Beide Erweiterungen laufen auf Ihrem Server. Mit eigenem API-Schlüssel oder lokalem Modell sieht T3Planet weder Gespräche noch Suchanfragen: Die Lizenzprüfung der Premium-Erweiterungen überträgt nur Lizenzschlüssel und Domain, keine Inhalte. Mit eigenem API-Schlüssel ist der externe KI-Anbieter Ihr Auftragsverarbeiter. Mit den optionalen AI Credits ist es T3Planet, und die KI-Anbieter sind Unterauftragsverarbeiter. Im Sinne der KI-Verordnung sind Sie außerdem Betreiber des Systems.

2. Brauchen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), und mit wem?

Das hängt davon ab, wer das Modell betreibt. AI Foundation kennt drei Wege:

BetriebsartWer verarbeitet die AnfrageAVV mit
Eigener API-Schlüssel (Standard)der Anbieter, den Sie in AI Foundation eintragen, etwa OpenAI, Anthropic, Google Gemini oder Mistraldiesem Anbieter. Für die KI-Verarbeitung ist mit T3Planet keiner nötig
Lokales Modell auf Ihrem ServerIhr eigener Server, angebunden über Ollama oder einen OpenAI-kompatiblen Endpunktkeinem externen KI-Anbieter, gegebenenfalls Ihrem Hoster
AI Credits (optional)T3Planet leitet die Anfragen an KI-Anbieter weiterT3Planet. Den AVV stellen wir Ihnen auf Anfrage bereit

Ein eigenes Sprachmodell (Custom LLM) betreiben wir für Sie auf Ihrem Server oder auf T3Planet-Infrastruktur. Im zweiten Fall ist T3Planet an der Verarbeitung beteiligt; sprechen Sie uns dann für den AVV an. AI Foundation selbst ist kostenlos, Open Source und prüft keine Lizenz.

3. Werden Daten in ein Drittland übermittelt?

Nur wenn Sie einen Anbieter außerhalb der EU wählen. Das ist eine Einstellung in AI Foundation, keine feste Vorgabe. Mit einem lokalen Modell verlässt die Frage Ihren Server nicht. Verlangt Ihr DSB eine Verarbeitung ausschließlich in der EU, wählen Sie einen eigenen Schlüssel bei einem europäischen Anbieter, dessen Vertrag das zusichert, oder ein lokales Modell. Welche Garantien ein Anbieter für Übermittlungen bietet, prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem DSB anhand von dessen Vertrag. Bei AI Credits wählt T3Planet die KI-Anbieter; eine Zusage zum Verarbeitungsort ist damit nicht verbunden.

4. Welche Daten gehen an das KI-Modell?

Pro Anfrage drei Dinge: die Nachricht oder Suchanfrage des Besuchers, die passenden Textauszüge aus Ihren Inhalten und die Anweisungen, die Sie im Backend hinterlegen. Bei der Suche kann ein zweiter Aufruf an den Embedding-Dienst hinzukommen, also den Dienst, der Text in Suchvektoren umrechnet. Auch er erhält nur den Anfragetext.

Was der Besucher eintippt, geht allerdings vollständig mit. Nennt er darin seinen Namen oder eine Kundennummer, erreicht beides das Modell. Ein Satz in der Begrüßungsnachricht, keine persönlichen Daten einzugeben, hilft deshalb. Einen passenden Wortlaut formulieren wir gern gemeinsam mit Ihnen.

Beide Widgets bieten außerdem eine Spracheingabe per Mikrofon. Sie nutzt die Spracherkennung des Browsers; je nach Browser verarbeitet dabei der Browseranbieter die Audiodaten. Möchte Ihr DSB das nicht, schalten Sie die Spracheingabe im Backend ab.

5. Was geht nie an das KI-Modell?

Laut Dokumentation beider Produkte: keine IP-Adresse, kein User-Agent, keine Session-ID, keine Cookies und keine Besucherkennung. Bei der Suche geht auch die Seiten-URL nicht als Tracking-Feld mit. Das Modell erfährt also, was gefragt wurde, aber nicht, wer fragt, sofern der Besucher sich nicht selbst nennt.

DatenAI ChatbotAI Search
An das KI-Modell gesendetNachricht, Textauszüge, AnweisungenSuchanfrage, Textauszüge, Anweisungen; Anfragetext an den Embedding-Dienst
Nie an das KI-Modell gesendetIP-Adresse, User-Agent, Session-ID, Cookies, BesucherkennungIP-Adresse, User-Agent, Session-ID, Cookies, Besucherkennung, Seiten-URL als Tracking-Feld
In Ihrer Datenbank, bei eingeschaltetem VerlaufNachrichten, Antworten, Feedback, Sitzungsdaten, gehashte IP-Adresse (MD5, pseudonymisiert)Suchanfrage (bis 255 Zeichen), Antwort, Quellpfade, technische Sitzungskennung für Folgefragen
Im Browser des Besuchers (localStorage)Besucherkennung chat_user_idbis zu fünf letzte Suchbegriffe

6. Womit wird das System trainiert, und kann es etwas über Personen erfinden?

Mit Quellen, die Sie auswählen: TYPO3-Seiten, eine Sitemap, einzelne URLs, PDF-Dateien bis 25 MB, Frage-Antwort-Paare oder freier Text. Das KI-Modell selbst wird dabei nicht nachtrainiert. Ihre Inhalte werden in Abschnitte zerlegt und als Suchindex in Ihrer Datenbank abgelegt. Für diesen Index gehen die Abschnitte einmal an den Embedding-Dienst, den Sie in AI Foundation festlegen; auch das geht lokal.

Personenbezogene Daten gehören nicht in diese Quellen. Prüfen Sie vor dem ersten Training, ob eine Sitemap Seiten mit Mitarbeiterdaten, Kommentaren oder Formularergebnissen enthält.

Die Antworten stützen sich auf diese Quellen und zeigen sie an: Quellenlinks sind in beiden Produkten ab Werk eingeschaltet. Die mitgelieferten Anweisungen für Folgefragen untersagen dem Modell, Wissen zu ergänzen, das nicht in Ihren Inhalten steht. Ein Schwellenwert entscheidet, ob das System antwortet oder ablehnt. Fehler bleiben möglich, und beide Widgets sagen das den Besuchern.

7. Was wird gespeichert, und wo?

Alles liegt in Ihrer eigenen TYPO3-Datenbank. Bei eingeschaltetem Verlauf speichert AI Chatbot Nachrichten und Antworten, das Feedback der Besucher, Sitzungsdaten und eine gehashte IP-Adresse. Die Dokumentation stuft diesen Hash als pseudonymisiert ein, nicht als anonym. AI Search speichert die Suchanfrage mit bis zu 255 Zeichen, die Antwort, die Pfade der verwendeten Quellen und für Folgefragen eine technische Sitzungskennung. IP-Adresse, User-Agent, Cookies und Frontend-Benutzer speichert AI Search nicht.

Im Browser des Besuchers legen die Widgets je einen Eintrag im localStorage an: AI Chatbot eine Besucherkennung, AI Search bis zu fünf letzte Suchbegriffe. Die Besucherkennung bleibt auch bei abgeschaltetem Verlauf bestehen. Laufende Gespräche hält AI Chatbot zusätzlich rund 24 Stunden in einem Cache.

8. Wie lange wird gespeichert, und wie wird gelöscht?

Ohne eigene Einstellung bleiben die Einträge, bis jemand sie löscht. Eine feste Löschfrist richten Sie in drei Schritten ein:

  1. Befehl finden. Öffnen Sie in AI Foundation den Bereich Scheduler & CLI. Der Befehl t3af:history:cleanup löscht den Verlauf von AI Chatbot und AI Search, der älter als die Aufbewahrungsfrist ist.
  2. Aufgabe anlegen. Legen Sie im TYPO3 Scheduler eine Aufgabe für diesen Befehl an und geben Sie die Frist in Tagen an. Ohne Angabe gelten 90 Tage.
  3. Frist dokumentieren. Lassen Sie die Aufgabe täglich laufen und übernehmen Sie die Frist in Ihr Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten und Ihre Datenschutzerklärung.
vendor/bin/typo3 t3af:history:cleanup 30

Einzelne Einträge löschen Sie unter Usage Analytics, auch mehrere auf einmal. Das ist Ihr Weg für Löschanfragen nach Art. 17 DSGVO und für Auskunftsanfragen nach Art. 15. Weil die Daten pseudonymisiert sind, finden Sie den Eintrag einer Person meist nur über den Inhalt, etwa über einen Namen, den sie selbst eingegeben hat. Die Volltextsuche in Usage Analytics hilft dabei. Wer diesen Bereich sehen darf, legen Sie in AI Permissions pro Backend-Gruppe fest.

9. Können wir die Speicherung ganz abschalten?

Ja, pro Produkt mit einem Schalter: „Save chatbot history“ in AI Chatbot und „Save search history“ in AI Search. Ist er aus, schreibt das System keine neuen Gespräche oder Suchen in die Datenbank. Der Chat funktioniert für den laufenden Besuch weiter, und die Suche liefert weiter Antworten. Die Liste der letzten Suchen und die Feedback-Daumen der Suche entfallen dann, ebenso die Auswertung in Usage Analytics. Welche Seite der Abwägung überwiegt, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrem DSB.

10. Was gehört in die Datenschutzerklärung?

Ein eigener Abschnitt zum KI-Chatbot und zur KI-Suche. Er nennt den Zweck, die Rechtsgrundlage, die Ihr DSB festlegt, den KI-Anbieter als Empfänger, eine mögliche Übermittlung in ein Drittland, die Speicherdauer aus Ihrer Löschaufgabe und die Spracheingabe, falls sie eingeschaltet ist. Dazu kommen die beiden localStorage-Einträge. Ob sie nach § 25 TDDDG eine Einwilligung brauchen oder technisch erforderlich sind, klären Sie mit Ihrem DSB. Die Besucherkennung dient dazu, ein Gespräch fortzusetzen. Die letzten Suchen sind eine Komfortfunktion, die mit dem Verlaufsschalter entfällt. Die technischen Angaben für diesen Abschnitt stellen wir für Sie aus der Dokumentation zusammen.

11. Müssen Besucher erkennen, dass sie mit einer KI sprechen?

Ja. Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einem KI-System interagieren. Beide Widgets zeigen dafür einen KI-Hinweis an. Als Betreiber prüfen Sie, ob Wortlaut und Platzierung zu Ihrer Website passen. AI Foundation stellt die technischen Voraussetzungen für Compliance bereit, ersetzt jedoch keine rechtliche Prüfung. Was die KI-Verordnung sonst von TYPO3-Betreibern verlangt, lesen Sie in unserem Beitrag zur EU-KI-Verordnung für TYPO3.

12. Brauchen wir eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)?

Das entscheidet Ihr DSB nach Art. 35 DSGVO. Genauer hinsehen sollten Sie zum Beispiel, wenn Ihre Besucher besonders schutzbedürftig sind, etwa Patienten, Kinder oder Bewerber, wenn sie voraussichtlich Gesundheits- oder Finanzdaten eintippen, wenn Sie den Verlauf lange aufbewahren oder wenn der KI-Anbieter außerhalb der EU sitzt. Eine gute Grundlage für diese Prüfung ist die Orientierungshilfe „Künstliche Intelligenz und Datenschutz“ der Datenschutzkonferenz vom 6. Mai 2024.

Diese zehn Punkte klären Sie vor dem Go-live. Leiten Sie die Liste gern an Ihren DSB weiter, zusammen mit der technischen Dokumentation zu AI Chatbot und AI Search.

  1. Betriebsart des Modells gewählt und dokumentiert: eigener Schlüssel, lokales Modell oder AI Credits.
  2. AVV mit dem KI-Anbieter abgeschlossen, bei AI Credits mit T3Planet.
  3. Drittlandübermittlung geprüft oder mit einem EU-Anbieter oder lokalen Modell vermieden.
  4. Datenquellen auf personenbezogene Inhalte geprüft.
  5. Verlauf entschieden: eingeschaltet mit Frist oder ausgeschaltet.
  6. Löschaufgabe t3af:history:cleanup im Scheduler angelegt.
  7. Zugriff auf Usage Analytics in AI Permissions auf die nötigen Backend-Gruppen beschränkt.
  8. Spracheingabe bewusst ein- oder ausgeschaltet.
  9. Datenschutzerklärung ergänzt, einschließlich der localStorage-Einträge.
  10. KI-Hinweis im Widget geprüft und Bedarf einer Datenschutz-Folgenabschätzung bewertet.

Jürgen, AI Consultant for TYPO3 bei T3Planet, richtet AI Chatbot und AI Search gemeinsam mit Ihnen auf Ihr Datenschutz-Setup aus, von der Modellwahl bis zur Löschaufgabe. T3Planet von NITSAN Technologies ist seit 2011 Gold-Mitglied der TYPO3 Association und Gewinner des TYPO3 Award 2018.

Demo mit Jürgen buchen

Das hängt von Ihrer Konfiguration ab, nicht nur von der Software. Klären Sie Rollen, Verträge, Speicherfristen und die Information der Besucher. AI Chatbot und AI Search liefern dafür Schalter und Dokumentation; die Bewertung trifft Ihr DSB.

Mit eigenem API-Schlüssel oder lokalem Modell nicht. Die Lizenzprüfung überträgt nur Lizenzschlüssel und Domain. Nutzen Sie die optionalen AI Credits, leitet T3Planet die Anfragen an KI-Anbieter weiter; den AVV dafür erhalten Sie auf Anfrage.

Ja. AI Foundation bindet lokale Modelle über Ollama oder einen OpenAI-kompatiblen Endpunkt an, und beide Erweiterungen nutzen den dort eingestellten Anbieter, auch für den Suchindex.

Ja. Das eingebettete Widget spricht mit Ihrer TYPO3-Installation, und der Verlauf landet dort. Tragen Sie unter External Embed nur die Domains ein, auf denen der Chatbot erscheinen darf.

In der Dokumentation zu AI Chatbot und AI Search, jeweils im Abschnitt „DPA & GDPR“. Sie beschreibt technische Funktionen und ist keine Rechtsberatung. Allgemeine Fragen beantwortet unsere DSGVO-FAQ.

Möchten Sie Ihr AI Universe Produkt individuell anpassen?

Entdecken Sie KI-gestützte TYPO3-Lösungen im T3Planet Shop und passen Sie diese an die Anforderungen Ihres Projekts an.

  • 5+ KI-Extensions
  • 4500+ Downloads insgesamt
  • 200+ individuell entwickelte Funktionen
  • 15+ Jahre Erfahrung
AI Universe entdecken
TYPO3 AI

Post a Comment

×